Ein außergewöhnliches Erlebnis ermöglichte die Evangelische Behindertenseelsorge des Evangelischen Dekanats Gießen rund 100 Menschen mit Behinderungen sowie ihren Begleitpersonen aus Gießen und dem Vogelsberg: eine kostenfreie Fahrt mit dem Schnellboot „Hoppetosse“ auf dem Main bei Frankfurt-Schwanheim.
Mit bis zu 60 km/h ging es über das Wasser, ein besonderes Erlebnis für die Teilnehmenden, die Geschwindigkeit, Fahrtwind und Bewegung hautnah erleben konnten. Die Fahrt mit dem 300-PS-starken Boot „Hoppetosse“des Vereins „Wings for Handicapped“ bietet Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigungen dieses besondere Erlebnis am Donnerstag, den 3. September auf dem Main an.
Organisiert wurde der Ausflug von Daniela Bauernfeind-Enders und Lena Franke von der Evangelischen Behindertenseelsorge Gießen. Unterstützt wurden sie von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. So unter anderem von „Bootsbau Speck“, der vor Ort für ideale Bedingungen bei Ein- und Ausstieg sorgte. Die Teilnehmenden kamen unter anderem von der Martin-Buber-Schule aus Buseck, von verschiedenen Werkstätten und Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen der Schottener Sozialen Dienste sowie von der Lebenshilfe Gießen und der Evangelischen Tagesstätte für ältere Menschen mit Behinderung in Gießen.
Austausch in der Gemeinschaft
Am Bootsanleger Schwanheim erwartete die Gäste ein liebevoll gestalteter Aufenthaltsbereich mit Liegestühlen, Picknickdecken, Erfrischungen und Snacks sowie die Urkundenübergabe. Neben den rasanten Bootsfahrten standen vor allem das gemeinsame Erleben und der Austausch im Mittelpunkt. „Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Vielfalt selbstverständlich ist und alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, an Freizeit- und Gemeinschaftserlebnissen teilzunehmen“, betonen alle Organisatoren.
Ein besonderes Segensangebot machte zudem das Pfarrteam von MainSegen. Sowohl auf dem Wasser als auch an Land konnten sich die Teilnehmenden ihren persönlichen Segen zusprechen lassen. Für viele Teilnehmende war die Fahrt weit mehr als ein Ausflug. Sie war ein Zeichen dafür, dass Teilhabe, Gemeinschaft und Abenteuer für alle Menschen möglich sein können. Auch das Pfarrteam hatte großen Spaß und ließ sich eine Fahrt über den Main nicht entgehen.
Ein besonderes Ereignis war diesmal die Taufe von Felix Maar. Der Täufling wurde von den Pfarrerinnen Charlotte Eisenberg und Annemarie Brehm auf dem Main getauft. Zunächst wurde am Ufer des Mains gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Anschließend ging es mit dem Schnellboot „Hoppetosse“ aufs Wasser. Benannt ist das Boot nach dem Schiff von Pippi Langstrumpfs Vater aus Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker. Während die Familie und Freunde die besondere Zeremonie auf dem Boot begleiteten, empfing Felix Maar auf dem Main die Taufe. „Das hatten wir so auch noch nie“, sagte Jörg Leonhardt begeistert, der die Zeremonie vom Ufer aus beobachtete.
Der Verein „Wings for Handicapped“ wurde 2004 von dem ehemaligen Rollstuhlbasketballer und selbst querschnittgelähmten Jörg Leonhardt gegründet. Seitdem bringt die „Hoppetosse“ Menschen mit und ohne Behinderungen an zahlreichen Orten in Deutschland aufs Wasser und ermöglicht ihnen Erfahrungen, die sonst oft nicht zugänglich sind. Leonhardt steuert dabei seit vielen Jahren die „Hoppetosse“ und wird auch in diesem Jahr noch mehrfach in unterschiedlichen Regionen unterwegs sein.

