Die Evangelische Behindertenseelsorge Gießen ermöglichte am 2. Juni 2026 ein außergewöhnliches Erlebnis. Rund 100 Menschen mit Behinderungen sowie deren Begleitpersonen aus Gießen und dem Vogelsberg konnten eine kostenfreie Fahrt mit dem Schnellboot „Hoppetosse“ auf dem Main bei Frankfurt-Schwanheim genießen.
Mit bis zu 60 km/h ging es über das Wasser – die Teilnehmenden erlebten Geschwindigkeit, Fahrtwind und Bewegung hautnah. Das 300-PS-starke Boot „Hoppetosse“ des Vereins „Wings for Handicapped“ bietet auch Menschen mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen dieses besondere Erlebnis an.
Der Ausflug wurde von Daniela Bauernfeind-Enders von der Evangelischen Behindertenseelsorge Gießen organisierte in Zusammenarbeit mit der Gemeindepädagogin Lena Franke von der Gesamtkirchengemeinde am Schiffenberg. Beide wurden unterstützt von zahlreichen ehrenamtlichen Helfenden. Die Teilnehmenden kamen u.a. von der Martin-Luther-Schule aus Buseck, aus verschiedenen Werkstätten und Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen der Schottener Sozialen Dienste und der Lebenshilfe Gießen sowie der Evangelischen Tagesstätte für ältere Menschen mit Behinderung in Gießen.
Nachmittags kamen noch rund 20 Kinder des Ambulanten Frankfurter Kinderhospizdienstes sowie deren Familien hinzu. Kinder und Jugendliche mit schweren Erkrankungen sowie ihre Familien gehen oft einen besonders herausfordernden Weg. Umso wertvoller sind gemeinsame Momente, die Freude schenken und Mut machen.
Jede Begegnung, jede kleine Geste und jedes Lächeln machten deutlich, welch positive Wirkung solche Bootserlebnisangebote haben können. Es war bewegend zu sehen, wie Kinder und Jugendliche den Nachmittag genießen konnten, wie auch Geschwisterkinder unbeschwert Spaß hatten und für ein Geburtstagskind dieses Bootserlebnis ein ganz besonderes Geschenk war.
Gleichzeitig bot die Veranstaltung den Eltern die Möglichkeit, für einen Moment durchzuatmen, neue Kraft zu schöpfen und die gemeinsame Zeit mit ihren Familien zu genießen. Die Augenblicke der Freude und Unbeschwertheit waren für alle Beteiligten etwas ganz Besonderes und sehr positiv in Erinnerung bleiben.
Am Bootsanleger Schwanheim erwartete die Gäste ein liebevoll gestalteter Aufenthaltsbereich mit Liegestühlen, Picknickdecken, Erfrischungen und Snacks sowie zum Abschluss eine Urkundenübergabe. Neben den rasanten Bootsfahrten stand vor allem das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt.
„Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Vielfalt selbstverständlich ist und alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, an Freizeit- und Gemeinschaftserlebnissen teilzunehmen“, betonen die Organisatorinnen.
Ein besonderes Segensangebot machte zudem das Pfarrteam von MainSegen. Sowohl auf dem Wasser als auch an Land konnten sich die Teilnehmenden ihren persönlichen Segen zusprechen lassen. Viele Gäste nahmen das Angebot gerne an und erlebten dadurch einen weiteren berührenden Moment während des Ausflugstages.
Für viele Teilnehmende war die Fahrt weit mehr als ein Ausflug. Es war ein Zeichen dafür, dass Teilhabe, Gemeinschaft und Abenteuer für alle Menschen möglich sein kann.
Der Verein „Wings for Handicapped“ wurde 2004 von dem ehemaligen Rollstuhlbasketballer und selbst querschnittgelähmten Jörg Leonhardt gegründet. Seitdem bringt die „Hoppetosse“ Menschen mit Behinderungen an zahlreichen Orten in Deutschland aufs Wasser und ermöglicht ihnen Erfahrungen, die sonst oft nicht zugänglich sind. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden.
Darüber hinaus danken wir allen Ehrenamtlichen, dem Bootsbau Speck für die kostenfreie Durchführungsmöglichkeit in Schwanheim, der Sparkasse Grünberg für ihre Spende und der Stadt Grünberg für die Bereitstellung des Busses.
Aufgrund der hohen Nachfrage wird es ein weiteres Speedbooterlebnis am 3. September 2026 geben.

